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Was ist tibetische Astrologie?

Die tibetische Astrologie (Dus-rabs, དུས་རབས་) ist ein System, das Wissen aus mehreren mächtigen Strömen in Tibet vereint:

  • Buddhistische Astrologie aus Indien (Kalachakra Tantra) — wurzelt in buddhistischer Philosophie und Kosmologie, kam im 11. Jh. nach Tibet.
  • Chinesische Astrologie — insbesondere 12-Tier-Zyklus & 5-Elemente-System, eingeführt im 7. Jh. mit Prinzessin Wencheng.
  • Indigene Bon-Traditionen — alte vorbuddhistische tibetische Religion mit Elementenlehre und frühen Orakelsystemen.
  • Vedische Astrologie — via Indien integriert, brachte weitere Methoden und Rechnungen.

Alle diese Strömungen wurden im Weißen Beryll von Desi Sangye Gyatso (1653–1705) zu einem System verschmolzen.

Tibetische Astrologie wird auch heute noch von Profis (tsipön) geübt, oft kombiniert mit tibetischer Medizin und Ritualen. Praktisch und spirituell: ein Weg, im Gleichklang mit dem Kosmos zu leben.


Quellen & Überlieferung

Tibetische Astrologie entstand über mehrere Übertragungslinien:

  • Tsurlug – Karma-Kagyu-Tradition (15. Jh., Kloster Tsurphu)
  • Phuglug – Nyingma (15. Jh., Höhlenyogis)
  • Geden Tiser – Gelug (18. Jh.)

Alle Linien trugen mit Texten und Kommentaren bei, die heute noch studiert werden. Das Wissen ist zusammengefasst in Grundlagewerken wie Weißer Beryll und Mondlicht.


Wie unterscheidet sich tibetische von westlicher Astrologie?

AspektTibetische AstrologieWestliche Astrologie
UrsprungVerschmelzung buddhistischer, chinesischer, Bön- und vedischer TraditionenMesopotamien, Griechenland, Rom
Zodiaksystem12-Jahres-Tierkreis + 5 Elemente (Holz, Feuer, Erde, Eisen, Wasser)12 Tierkreiszeichen (Widder–Fische) nach Sonne
KalenderLuno-solareigenes tibetisches SystemSonnenkalender
PhilosophieStark mit Karma, Wiedergeburt, Buddhismus verknüpftFokus auf Persönlichkeit, Eigenschaften, Schicksal
AnwendungGlücksdaten, Diagnose, Rituale, spirituelle LeitungPsychologie, Liebe, Karriere
MethodeMischung aus Mondhäusern, Tieren, Elementen, Planeten, RitualenPlanetenpositionen, Aspekte, Häuser

👉 Kurz: Die westliche Astrologie schaut auf Planeten und Persönlichkeit. Die tibetische betrachtet kosmische Zyklen in Bezug auf Karma, Gesundheit und spirituelle Praxis – praktisch und spirituell zugleich.


Zentrale Elemente der tibetischen Astrologie

  1. Tier (Jahr, Monat, Tag)
    12-Jahres-Tierkreis (Maus, Ochse, Tiger ...) mit den 5 Elementen, jeweils für Jahr, Monat, Tag – gibt Charakter & Einflüsse an.
  2. Parka (Trigramm)
    Acht Parka-Trigramme (ähnlich I Ging): symbolisieren Kräfte wie Himmel, Erde, Berg, Wind, Feuer, Wasser, See, Donner. Jeder Mensch und Tag hat ein Trigramm – es zeigt Balance & Beziehung.
  3. Mewa
    Neun Mewa-Zahlen (farbige Felder) ändern sich täglich, monatlich, jährlich – sie deuten Gesundheit, Emotionen, Karma und Schutzpraktiken.

👉 Zusammen sind diese drei Elemente Grundpfeiler jeder Prognose: allgemeine Tagesstimmung und persönliche Harmonie.


Wie liest man die Prognose?

Jede Tagesprognose gliedert sich vom Wichtigsten zu weiteren Details:

  • Haupttageskombination – zentraler Rat, Tagesenergie.
  • Große/spezielle Kombinationen – weitere Details für Nuancen.
  • Sternbild, Wochentag, Mondtag, Tages-Tier – Kontext-Details.
  • Parka & Mewa – Empfehlungen zu Harmonie, Hürden, Gesundheit.
  • La (Lebensenergie) – Körperbereich zum Schützen heute.

Diese Ebenenstruktur bietet rasche Übersicht und bei Bedarf tiefere Einblicke.


Persönliches Horoskop und System der „weißen/schwarzen Steine“

Verfügbar für Nutzer mit angegebenem Geburtszeitpunkt

Registrierte Nutzer erhalten außerdem Zugang zu einer individuellen Bewertung von Günstigkeit und Ungünstigkeit für das aktuelle Jahr, den Monat und den Tag. Nach tibetischer Tradition wird dies durch ein System aus weißen und schwarzen Steinen dargestellt:

  • 3 weiße Steine – sehr günstig;
  • 2 weiße Steine – günstig;
  • 1 weißer Stein – mäßig günstig;
  • 1 weißer Stein und 1 schwarzer Stein – neutral;
  • 1 schwarzer Stein – mäßig ungünstig;
  • 2 schwarze Steine – ungünstig;
  • 3 schwarze Steine – sehr ungünstig.


Das Losar-Neujahrsfest im Vergleich zur traditionellen Sonnenwende-basierten Zeitrechnung

Das tibetische Neujahrsfest Losar („lo gsar“, wörtl. „neues Jahr“) hat eine tiefe astrologische Bedeutung. Im alten Tibet war das Neujahrsfest mit der Wintersonnenwende verbunden, einem Schlüsselmoment im Kalachakra-Zeitmandala, an dem sich die karmischen Konsequenzen vervielfachen. An diesem Tag öffnen sich die Himmlischen und Ir-dischen Tore, und der astrologische „Herr des Jahres“ (das Tierzeichen) wechselt.
Während der Herrschaft von König Pude Gungyal (317–398 n. Chr.) wurde das Neujahrsfest auf den ersten Tag des Drachenmonats verlegt, was das Gyalpo Losar (Königliches Neujahr) begründete. Später, im 7. Jahrhundert, wurden durch Prinzessin Wencheng Elemente des chinesischen Kalenders eingeführt, und im 13. Jahrhundert legte die Sakya-Dynastie den ersten Tag des ersten tibetischen Monats als Losar fest – eine Tradition, die bis heute andauert.
Daher empfiehlt AstroLama eine Anpassung vom offiziellen Kalender auf den traditionellen vor-reformierten Stil (basierend auf der Sonnenwende), um das Tierzeichen des Jahres (sowohl das Geburtsjahr als auch das aktuelle Jahr) genau zu berechnen.

Das Besondere der tibetischen Astrologie

  • Traditionsfusion: das einzige System, das Bon-, chinesische, vedische und buddhistische Kosmologie vereint.
  • Spirituelle Tiefe: mit buddhistischer Praxis & Kalachakra-Tantra verbunden.
  • Medizinische Verbindung: zusammen mit tibet. Medizin zu Diagnose und Prävention.
  • Ganzheitliche Führung: mehr als Charakter – Balance, Erfolg, Harmonie mit Zyklen.
  • Ritualintegration: Schutzmantren und Praktiken gegen negative Einflüsse.

Warum es heute wichtig ist

Tibetische Astrologie ist nicht nur Theorie, sondern ein praktisches System für Prävention und Anpassung, um:

  • Günstige Zeitpunkte für wichtige Vorhaben zu wählen.
  • Wohlstand, Gesundheit, Beziehungen zu verbessern.
  • Spirituelle Praxis zu vertiefen.
  • Schwierigkeiten durch Harmonie mit den Zyklen abzumildern.

In einer Welt des ständigen Wandels schenkt sie Klarheit, Stabilität und Ausrichtung mit universellen Rhythmen.

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